• Mikroplastik Header Image
Plastikmüll hat keine Zukunft

Mikroplastik in unseren Gewässern: Da die winzigen Partikel Kläranlagen überwinden können, gelangen sie über Abwässer in die Gewässer. Das räumt sogar die europäische Kommission in ihrem Grünbuch ein: „Diese Teilchen können in die Meere gelangen, da die Wasserwirtschaftssysteme nicht dafür ausgelegt sind, diese Materialien zurückzuhalten.”

Auch wenn Mikroplastik aus Kosmetika in Kläranlagen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen, zurückgehalten würde, so wäre das keine Lösung des Problems. In vielen Gegenden der Erde sind überhaupt keine oder keine modernen Kläranlagen vorhanden. Hier gelangen alle Mikroteilchen direkt in die Gewässer.

In Seen, Flüssen und Meeren wurde bereits Mikroplastik gefunden, auch schon in den Sedimenten am Boden von Gewässern, sogar in der Tiefsee. Die Plastikteilchen sind wasserunlöslich, schwer abbaubar und können sich in Organismen anreichern. Ein vollständiger chemischer Abbau kann einige Hundert Jahre dauern.

Auswirkungen auf den Menschen: Mikroplastik wurde bereits in Fischen, Muscheln, Trinkwasser, Milch und Honig gefunden. Über die Nahrungskette gelangen die Plastikteilchen und ihre Schadstoffe in den menschlichen Körper und können sich dort anreichern.

Gut bekannt sind die bioakkumulativen, hormonellen, krebserregenden und anderen negativen Auswirkungen der Schadstoffe, die durch belastetes Mikroplastik in den Körper geschleust werden können.

Die vielen möglichen anderen Auswirkungen der Mikroplastikteilchen auf die menschliche Gesundheit sind jedoch noch nicht erforscht.

Mikroplastik in der Nahrungskette: Die leichten, kleinen Teilchen schwimmen mit dem Plankton an der Oberfläche des Wassers und werden von Fischen aufgenommen, die nicht zwischen Nahrung und Plastik unterscheiden können. Das Plastik verletzt die Schleimhäute, belegt die Atmungsorgane oder verletzt und verstopft Magen und Darm. Die Fische sterben an ihren Verletzungen oder verhungern. Muscheln leiden unter schweren Entzündungen.

An dem Mikroplastik mit seiner relativ großen Oberfläche reichern sich zahlreiche Umweltgifte aus den Gewässern an, z. B. Schwermetalle und schwer abbaubare Schadstoffe (POPs) wie PCBs, DDT und andere Pestizide oder Nonylphenol. Auf dem Mikroplastik wurden teilweise millionenfach höhere Konzentrationen von Schadstoffen gemessen als im Meerwasser.

Aber auch das Plastik selbst enthält viele Zusätze, sogenannte Additive, die bestimmte Eigenschaften verleihen sollen. Aufgenommen über die Nahrung entfalten sie in den Organismen der Meeresbewohner ihre schädliche Wirkung.

Die wichtigsten dieser Additive sind Weichmacher, von denen besonders einige Phthalate und Bisphenol A wegen ihrer hormonellen Eigenschaften gefährlich für alle Wasserlebewesen sind. Es kann zu erheblichen Störungen des Hormonsystems kommen. Stabilisatoren in Kunststoffen sind oft Schwermetalle, von denen einige krebserregend sind. Auch Flammschutzmittel und UV-Filter können in Plastik enthalten sein und sind gesundheitsschädlich.