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Plastikmüll hat keine Zukunft

Momentane Situation

Ausmaß der Verschmutzung: Weltweit werden jährlich über 280 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Vor allem über Flüsse eingetragen, landen davon verschiedenen Schätzungen zufolge zwischen neun und 26 Millionen Tonnen im Meer. In der Nordsee wird der Plastikanteil am Meeresmüll auf 75 Prozent geschätzt. Der Anteil von Plastikteilchen in Planktonproben nimmt in allen Ozeanen zu. Das vorhandene Plastik sammelt sich in allem Weltmeeren stetig an, vor allem dort wo große Strömunsgwirbel für eine stetige Verdichtung sorgen. Einer der bekanntesten "Müllteppiche" treibt im Nordpazifikwirbel zwischen Kalifornien und Hawaii und besteht aus Kunststoffabfällen jeder Größe.

Mikroplastik: Ein zunehmendes Problem sind Kosmetikprodukte: Duschbäder, Peelings oder Zahncremes enthalten die winzige Kunststoffkügelchen für eine bessere Reinigungswirkung. Auch der Abrieb von Plastikfasern aus Fleechjacken o.ä. in der Waschmaschine, kann über das Abwasser in Flüsse und Meere gelangen, da Kläranlagen die Kleinstpartikel nicht rausfiltern. Zudem wird das Mikroplastik mit dem Klärschlamm auf Feldern ausgebracht und gelangt so erneut in die Natur.

Über die Donau ins Meer: Im Jahr 2014 schätzen Forscher, dass die Donau täglich rund 4,2 Tonnen Kunststoff ins Schwarze Meer schwemmt, das wären mehr Plastikteile als Fischlarven. Eine Folgestudie des Umweltbundesamtes konnte diese sehr erschreckende Zahl glücklicherweise nicht bestätigen: Die Messungen in Höhe Hainburg wiesen täglich 25 bis 145 Kilogramm an Plastikteilen über 0,5 mm Größe nach und damit eine Jahresfracht von 40 Tonnen. Dennoch wird klar: Flüsse tragen wesentlich zur Belastung der Meere mit Plastik bei - auch die Donau.

Nicht verrottender Abfall: Kunststoffe verwittern nur äußerst langsam, z.T. erst nach einigen 100 Jahren. Vielmehr bilden sie immer kleinere Fragmente, die schließlich als Mikroplastik für das menschliche Auge nicht mehr erkennbar in der Umwelt verteilt sind. So entsteht auch aus großen Plastikgegenständen stetig immer mehr sogenanntes "sekundäres Mikroplastik". Forscher haben berechnet, dass sich eine einzige 1 Liter PET-Flasche in so viele Einzelteile zerteilt, dass ein Teilchen auf jeder Meile Strand (alle 1,6 km) auf der Welt abgelegt werden kann.

Plastik kann Tieren und Menschen gefährlich werden: Meerestiere verheddern sich in Plastikgegenständen, was zum Tod durch Ertrinken, Strangulieren oder massive Einschränkung der Beweglichkeit führt. Fische oder Vögel verwechseln Plastikpartikel mit Nahrung, wie Insektenlarven oder Fischeiern. Das kann bei den Tieren zu einem falschen Sättigungsgefühl, Darmverletzungen und letztlich zum Tod führen. Kunststoffe enthalten zudem langlebige Giftstoffe, z. B. Weichmacher oder Flammschutzmittel. Diese Schadstoffe können über die Nahrungskette z. B. mit Fischen auch von uns Menschen aufgenommen werden.

Notwendige Schritte

Ein Vorbild werden: Es gibt nur wenige Länder, die ein so hoch entwickeltes Abfall- und Recyclingsystem haben wie z. B. Deutschland und Österreich. Daher muss es um eine Reduzierung des Plastikmülls an sich gehen, als Zeichen auch an andere Staaten, die weit weniger sorgsam mit Plastikmüll umgehen und wo er oft nicht umweltgerecht entsorgt wird.

Plastik reduzieren: Einige Länder haben bereits auf die zunehmende Bedrohung durch die immer größer werdenden Plastikberge reagiert und erste Schritte eingeleitet. So haben Frankreich und Italien die Einweg-Plastiktragetaschen gesetzlich verboten. In Irland hat eine Abgabe auf den Vertrieb von Plastiktüten (Abgabe je Plastiktüte 44 Cent) zu einem Rückgang von 328 Plastiktüten auf 18 Plastiktüten pro Einwohner im Jahr geführt. Doch dies sind nur Einzelmaßnahmen, denen ein größerer politischer Rahmen fehlt.

Eine globale Lösung finden: Um das Plastik-Problem global in den Griff zu bekommen, braucht es auch globale Lösungen. Die Vermüllung betrifft nicht nur einige Staaten oder Regionen, sondern alle unsere wesentlichen Gewässer und damit die wichtigste Ressource für den Menschen: unser Wasser.

Deshalb ist es wesentlich, dass die Europäische Union hier verbindliche Ziele zur Reduktion des Plastikmülls definiert und in die Tat umsetzt. Das Problem bei der Wurzel zu packen, heißt dort zu beginnen, wo die Sinnlosigkeit der Verwendung von Plastik am Größten ist: den Einweg-Plastiktragetaschen, die meist nur ein einziges Mal Verwendung finden, sowie den Mikroplastik-Partikeln in Produkten, die ebenso leicht zu ersetzen sind.

Weitere Schritte setzen: In weiterer Folge gilt es alle Einweg-Plastikprodukte zu verbannen, die unserer Umwelt nur schaden und uns kaum nutzen oder ersetzbar sind. Der Handel muss Alternativen zu Einweg-Plastik-Produkten bereitstellen. Wir brauchen strengere Vorschriften für ein umweltverträgliches Produkt- und Verpackungsdesign. Aber nicht nur Tragetaschen und Verpackungen, auch die Produkte selbst müssen auf die Notwendigkeit von Kunststoffbestandteilen überprüft werden sowie auf ihre Recycelbarkeit. Giftige Plastikzusätze, die sich in der Nahrungskette anreichern können, müssen ganz verboten werden. Auch für die Wiederverwertung und das Recycling von Kunststoffprodukten muss es in Zukunft mehr Anreize und Reglementierungen geben. Wir können es uns nicht mehr leisten weitere Wegwerfprodukte zu produzieren, die anschließend uns und unsere Meere gefährden. Das Meer ist bereits voll.

Zeit zu handeln

Die EU hat sich aktuell auf einen Kompromissvorschlag zur Reduktion von Plastikmüll geeinigt. Davon ausgenommen sind etwa dünnwandige Obstsackerl, rund die Hälfte der ausgegebenen Sackerl. Die Umsetzung in Österreich muss daher weit ambitionierter ausfallen und etwaige Schlupflöcher füllen.

Daher fordern wir von Umweltminister Rupprechter:

  • den Beschluss eines verbindlichen Plastiksackerl-Reduktionsziels von zumindest 80 % binnen 4 Jahren in Österreich
  • ein Aus für Gratisplastiksackerl in Österreich
  • ein vollständiges Verbot von Mikroplastik in Kosmetika
  • Maßnahmen zur Reduktion von Plastikverpackungen im Handel

Dies ist erst der Beginn eines langen Aufräum-Prozesses. Aber es braucht viele kleine Taten, um den Plastikwahn einzudämmen. Helfen Sie uns beim Aufräumen!

Giftfreie Zukunft

Wenn wir so weitermachen wie bisher wird es in Zukunft kein sauberes Wasser und keinen plastikfreien Fisch mehr geben. Die konstante Reduktion von nicht verrottendem Abfall sollte deshalb auf unserer Agenda ganz oben stehen. Die Meere sind bereits voll und auch wir laufen Gefahr, uns an dem von uns produzierten Müll zu vergiften. Das Ziel sollte eine saubere Umwelt, frei von Giften, sein. Unsere Kinder sollen saubere Luft atmen, gesunde Lebensmittel essen und giftfreies Wasser trinken können. Machen Sie daher den ersten Schritt in Richtung giftfreie Zukunft und unterschreiben Sie die Petition.